29.07.2024
by bye pilsen
here 19.02.2025
by bye avondale
here





By bye Avondale 2025, Installationsansicht ILG Factory,
60641 Chicago, Photo: Jonas Müller-Ahlheim,
Künslter: (Foreground) Elena Ailes, (Background) Shir Ende
by bye ist eine kollaborative und opportunistische Kunstpraxis, die bald verschwindende Räume in Chicago in temporäre Orte für künstlerische Erkundungen umwidmet.
1.) Das Projekt versteht sich selbst als eine Form künstlerischer Arbeit; es ist ein Produktionsprojekt. Es zielt darauf ab, künstlerische Arbeiten zu präsentieren, künstlerische Manifestationen zu ermöglichen und Räume zu öffnen. Indem by bye diese Übergangsorte aktiviert, schafft es Bedingungen für Experimente, die außerhalb traditioneller institutioneller Rahmen existieren.
Im Gegensatz zu anderen großen Hauptstädten in den USA bietet Chicago einzigartige künstlerische und räumliche Möglichkeiten, das konventionelle Galeriemodell zu umgehen. Vergleichbar mit Initiativen wie The Kitchen in New York oder dem HKW in Berlin, die in Zeiten räumlicher Verfügbarkeit und kultureller Umbrüche entstanden, befindet sich die Stadt Chicago in einem Übergangsmoment—zwischen den Kräften der Gentrifizierung, den Überresten einer verschwundenen Industrieära und einer lebendigen lokalen Kunstszene, die sich weiterhin der Homogenisierung widersetzt. Diese besondere Konstellation schafft Möglichkeitsräume: Gebäude, die auf Abriss oder Neuentwicklung warten, werden zu temporären Gemeingütern.
2.) Der architektonische Raum, den das Projekt temporär besetzt, ist ein Begegnungsort für Menschen—ein Ort der Konvergenz, an dem Künstlerinnen, Publikum und Passantinnen durch die Arbeit selbst aufeinandertreffen. Diese Räume tragen ihre eigenen Geschichten und sozialen Rückstände in sich, die Teil des Ausstellungsgefüges und ihrer Bedeutung werden.
Durch diese prototypischen Interventionen und Ausstellungen setzt sich by bye kritisch mit den räumlichen und sozialen Bedingungen dieser Umgebungen sowie mit der Verflechtung von Kunst und Architektur auseinander. Jede Iteration des Projekts stellt die Frage: Was bedeutet es, in einem Raum zu arbeiten, der zum Verschwinden bestimmt ist? Wie prägen Vergänglichkeit und Prekarität sowohl die künstlerische Produktion als auch die Rezeption?
Künstler:
Noelle Africa
Tauba Auerbach
Kaya & Blank
Camille Casemier
Matthew Girson
Philipp Groth
Gordon Hall
Gary LaPointe
Makayla Lindsay
Matthew Metzger
Jonas Müller-Ahlheim
Steph Patsula
Josue Pillot
Richard Rezac
Cameron Spratley
Aleksandra Walaszek
Ruby Que
Xu Yue
Elena Ailes
Janine Antoni
Gin Bahc
Elizabeth Cote
Pia Dobrowitz
Lindsey Dorr-Niro
Shir Ende
Max Guy
Anas Kahal
Michael Madrigali
Neiva Mulhern
Jeff Prokash
David Sprecher
Fondation Tschuess
Kezia Waters
Olivier

By bye Avondale 2025, Photo: Jonas Müller-Ahlheim, Künstler/Kunstwerk: Elena Ailes/hope is a thing with feathers, again
3.) Das Projekt ist auf Hinweise aus der Öffentlichkeit für zukünftige Standorte angewiesen: contact@bybye.net
Kelly Xi schreibt in einer Arbeit für by bye: "The hyperparasite tailors its rhythms to the parasite and makes vehicle of it, altering the host ecology. Consider: the plant you host in your dim rental unit gets a bad case of scale, and the internet tells you to order parasitoid wasps - mitigation in flighted specks to the naked eye."

By bye Pilsen 2024, Installationsansicht Cermak Center,
60616 Chicago, Photo: Jonas Müller-Ahlheim, Künstler: (Vordergrund) Matthew Metzger, (Hintergrund) Cameron Spratley
By bye Pilsen markiert den Abschied vom Chicagoer Cermak Center, einem ehemaligen Ford-Werk, dessen Entstehung noch vor der modernen Fließbandfertigung der Fabriken im Raum Detroit und Chicago liegt. Nachdem das Lagerhaus im Viertel Pilsen in den letzten 20 Jahren als Ort für künstlerisches Schaffen diente, steht es nun vor einer umfassenden Sanierung. Dies ermöglicht eine bedachte Umnutzung seiner erschlossenen Industrieflächen.

By bye Avondale 2025, Installationsansicht of bye-bye earth in 15 seconds von olivier, Photo: Jonas Müller-Ahlheim
By bye Avondale öffnet die verschwundenen Industrieräume der historischen ILG-Fabrik an der Pulaski Road während deren Umwandlung von Atelierräumen in Lagerboxen (Life Storage Units). Die ursprünglich 1906 vom Chicagoer Architekten Alfred Alschuler entworfene ehemalige Ventilationsfabrik steht vor umfangreichen Umbaumaßnahmen, nachdem sie über ein Jahrzehnt lang Künstler beherbergte. Angesichts der Erzählungen, die Verdrängung oft als natürlichen Prozess darstellen, wirft dieser Moment eine zentrale Frage auf: Wie können Intervalle künstlerischer Atempause und Arbeit der Monokultur von Lagerhallen nicht nur vorangehen, sondern aktiv intervenieren?
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